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Personalsuche für die private Sicherheitswirtschaft wird schwieriger - Bildungszurückhaltung rächt sich scheibchenweise:
Mittwoch, 02. Dezember 2009
Plötzlich nimmt die Suche nach qualifizierteren Sicherheitspersonal bis zu Führungskräften in der betrieblichen Sicherheit von Konzernen fast hektische Züge an. Im Bereich hochqualifizierter Führungskräfte werden ausgewiesene, erfahrene Fachleute gesucht für hochinteressante Positionen. Gefordert werden u.a. fließendes Englisch, Weltoffenheit, sicherheitsrelevante Qualifikationen und Berufserfahrung. Nicht gewünscht werden in dieser Kategorie allerdings die "ewigen Stehaufmännchen" mit diversen Firmenpleiten oder Kurzzeitbeschäftigungen im Portfolio oder die Konsensritter, bei denen eigentlich jeder recht hat. Das ist nicht nur schwierig, sondern eine Kampfaufgabe, ISG sucht verbissen.

Auch beim klassischen Sicherheitspersonal im Bewachungsbereich vollzieht sich eine Differenzierung. Negativ sicher, dass auch die 40stündige Unterrichtung nach § 34a GewO wieder öfter für eine Beschäftigung ausreichen soll. Die Vergütung ist dann auch allerdings entsprechend niedrig, was Stundenumfänge bis zu 250 pro Monat zur Folge hat. Das hebt Moral und Zuverlässigkeit, immerhin entfällt die Sorge um die Familie, darum kümmert sich Mutti - wenn sie noch da ist. Es offenbart sich der Widerspruch zwischen objektiven Marktbedürfnissen und den Wirkungen gewerberechtlicher Minimalforderungen immer deutlicher.

Positiv aber demgegenüber die wachsenden Forderungen nach höheren Qualifizierungen auch über die IHK-Sachkundeprüfung hinaus. So führt ISG-Bildungszentrum Berlin ab Januar 2010 bereits 2 Fortbildungen zur "Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (IHK)" durch und die Kursedurchführung ist bereits gesichert. Sie werden u. a. zu geförderten Firmenschulungen in der Krise und der urlaubsschwachen Zeit genutzt. Die im August 2009 nur knapp über der Sollgrenze gestarteten Umschulungen zur Servicekraft und zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit haben sich in wenigen Wochen fast gefüllt. Der Bedarf nimmt zu und auch die Bereitschaft für diese Langzeitqualifizierung.

Verantwortungsbewußte Unternehmen investieren auch unter Nutzung von Förderprogrammen für berufsbegleitende Qualifizierungen verstärkt in die Bildung eigener Mitarbeiter und das scheint auch zwingend geboten. Der Markt wird wählerischer. Auch der Bedarf an diversen einsatzspezifischen Zusatzqualifizierungen oder Erfüllung besonderer Anforderungen, wie einer Sicherheitsüberprüfung oder der Waffensachkundeprüfung, steigt spürbar. Probleme bekommen nun Unternehmen, die Aufträge in den letzten Monaten unter allen Bedingungen übernommen haben, ohne deren Realierbarkeit entsprechend den Markbedingungen ernsthaft zu prüfen. Es wächst wohl schrittweise die Erkenntnis, dass es nicht mehr weitergeht wie bisher, wenn man als Unternehmen nicht im Niedrigvergütungsbereich hängen bleiben will. Der allerdings etabliert sich wohl auch, man muss sich entscheiden.

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